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Gedichte

Die Unschuld des kleinen Mannes

Da wohnt ein Käfer im Wald;  es ist morgens um vier, und noch ein wenig kalt; der putzt gerade seine Fühler mit Morgenrau, während der letzte Nachtschrei der Eule verhallt

plötzlich gibt es einen mächtigen Radau! Eine riesengroße Gestalt stapft und trampelt wie eine Naturgewalt alles nieder, kaputt und tot, was sich nicht retten kann aus dieser Not

 Corinne, die kleine Springspinne mit der Herr Käfer so gerne klönt will sich retten mit einem Satz und landet auf genau dem Platz auf den der Fuß des Riesen dröhnt

Käfer ruft noch: “lass den Quatsch!” aus voller Lunge. - Jetzt ist sie Matsch - sie hinterlässt zweihundert Junge

 Ein schnuckeliger Süßer ist Willibrecht  der Tausendfüßer. Er hatte im alten Baumstumpf genächtigt und war gerade mächtig mit Füßewaschen beschäftigt, als die Riesensohle auf ihn niederwetzt und ihm die linke Beinreihe zerfetzt

 Käfers Nachbar, Winfried der Wurm tut, was er immer macht bei Sturm, er glitscht hinunter in seinen Turm

 Bald wird es still in Käfers Revier. Schwächer wird das Jammern von verletztem Getier in Löchern und Kammern - morgens, gegen vier

Hat mein, hat dein Fuß - unbedacht - solch Leid auf diese Welt gebracht?

 

Ronald Willems

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