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Vielleicht haben Sie es oft gesagt zumindest aber oft
gedacht: Ja, ja, Gesundheit ist das Wichtigste! Da hat man nun sein Leben lang gearbeitet, um sich im Alter auch mal etwas leisten zu können, und jetzt das: Krank! Und jetzt sind mit einem Schlag alle Pläne und alle
Wünsche zunichte. Wo die Gesundheit nicht mehr stimmt, ist das Schönste am Leben gelaufen. Gesundheit ist eben das Wichtigste. So oder ähnlich seufzen viele ältere Menschen, denen es so ergeht, tief in sich hinein.
Ja, und dann wird das Alter von einem weiteren Wermutstropfen begleitet. Je älter man wird, desto mehr Freunde und Bekannte sterben um einen herum weg. Ihnen steht die bange und melancholische
Frage vor Augen: Wann komme ich an die Reihe? Und angesichts Krankheit und dem Gedanken an den eigenen Tod tauchen alte Verletzungen, alte Enttäuschungen und Verhärtungen aus dem Grab der Vergangenheit wieder auf.
Szenen aus Kindheit und Jugend blitzen auf in Ihrer Erinnerung. Und Sie fragen sich bei manchen Ungereimtheiten in Ihrem Leben, was das für einen Sinn hatte.
Und plötzlich schießt Ihnen ein Gedanke in den Sinn, der Sie erschreckt: Nein, ich bin noch nicht bereit für das Sterben!
Ja, all diese Dinge drehen und wenden sich in Ihrem Herzen. Sie haben es nie gelernt, anderen Ihr Herz auszuschütten; darum machen Sie das alles mit sich
selber ab. Vielleicht fragen Sie sich auch: Ach, wen interessiert das schon? Sie sind nicht allein betroffen. Unzählig viele Menschen bewegen solche Gedanken
in ihrem Herzen. Ich selbst habe mehrmals dem Tod entgegengesehen, der dann doch nicht eintrat. Ich rede also nicht vom Schreibtisch herab. Auch ich kenne diese Gedanken.
Und weil ich mich ungern mit Sinnlosigkeiten zufrieden gebe, habe ich in der Bibel nach dem Sinn von Krankheit geforscht. Mit einem überraschenden Ergebnis; und daran möchte ich Sie teilhaben lassen.
Was manche angesichts von Schmerzen und Krankheit tief bewegt, ist die Frage: Was habe ich nur Schlimmes in meinem Leben getan, daß Gott mich so straft? Gott straft sie nicht. Die Strafe hat Christus für Sie am Kreuz getragen.
Krankheit hat mancherlei Ursachen. Einer hat in seiner Jugend auf Kosten seiner Gesundheit gelebt. Die Folge ist: Krankheit im Alter. Ein anderer hat eine
Veranlagung zu einer bestimmten Krankheit geerbt. Ob nun Krankheit die Folge des eigenen Fehlverhaltens ist, die Folge von Erblichkeit, oder die Folge von sonstwas:
Strafe ist es nicht. Denn: Die Strafe liegt auf Jesus Christus, damit wir Frieden haben. So etwa wird es im Propheten Jesaja im 53. Kapitel angekündigt.
Alles Leid in der Welt ist Folge der Sünde. Mit der Sünde kamen auch Krankheit, Schmerzen und Tod in die Welt. Der ganze Erdboden ist verflucht, um der Sünde Adams willen.
Jugend vergeht, Gesundheit vergeht ja, und schließlich vergeht auch das Leben. Und Sie machen da keine Ausnahme. Auch Sie sind mit hineingenommen in die
Vergänglichkeit allen Lebens auf dieser Welt. Schmerzen und Krankheit sind keine direkte Strafe für diese und jene Sünde, die sie vielleicht irgendwann getan haben. Sie sind die Folge der Sünde überhaupt.
Aber es gibt Licht am Ende des Tunnels. Die Bibel bezeugt über Jesus Christus: "Er hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches
Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium" (2.Timotheusbrief Kapitel 1,Vers 10b).
In Krankheit und Schmerzen liegt etwas verborgen, das sehr, sehr wichtig für Sie ist. Darum warten Sie! Haben Sie bitte Geduld in Ihrem Leid. Weisen Sie es bitte nicht allzuschnell von sich.
Wissen Sie, bevor ein Landwirt den Samen in die Furchen legt, mußte er mit viel Mühe den Ackerboden durch Pflügen brauchbar machen. Nun, Krankheit, Schmerzen und Gedanken an den eigenen Tod wühlen das Herz auf. Und damit
wird es sehr hungrig und aufnahmebereit. Ja, und jetzt stehen Sie da mit Ihrem Herzenshunger; und Sie stellen fest: Kein Mensch kann ihn stillen. Lauter und
lauter ruft Ihr Herz nach etwas, das es satt macht das es ruhig macht. Je näher Sie sich Ihrem Lebensende wähnen, werden Ihnen die Dinge um Sie herum immer unwichtiger, und drei Dinge gewinnen immer mehr an Bedeutung:
Glaube, Hoffnung, Liebe. In dem Maße, in dem dieser Dreiklang Ihr Herz erfüllt, kehrt Frieden ein. Das macht Ihr Herz satt.
Die Liebe ist die größte in diesem Dreiklang, denn: Gott ist Liebe (Vgl. 1. Johannesbrief Kapitel 4, Verse 8 + 16). Deshalb ist die von Gott geschenkte Liebe
stärker als der Tod. Mag dies vielleicht ein Grund dafür sein, daß wir über den Tod eines geliebten Menschen hinaus noch lange weinen?
Krankheit und das damit verbundene Leid kann für Sie zu einer offenen Tür werden, die Ihnen bisher verschlossen schien.
Nein, damit will ich nicht überspielen, wie sehr ein Mensch sich in seiner Krankheit mitunter quälen muß.
Durch die Liebe seines Sohnes redet Gott zu Ihnen. Es ist nicht ungewöhnlich, daß Gott den Menschen durch Leid das Herz öffnet. Und viele habe ich schon
gehört, die bekennen: Hätte Gott mich nicht auf`s Krankenlager gelegt, dann hätte ich niemals seine Stimme gehört. Dafür war ich immer viel zu sehr beschäftigt. Was wäre mir da verlorengegangen?
"Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden." Das hat Mose, der Gottesmann, einmal gebetet (Psalm 90,12). Eine weise Bitte ist das
. Durch das Abnehmen unserer Gesundheit, unserer Kraft, werden wir auch mit dem Gedanken an den eigenen Tod konfrontiert. Und das ist gut für uns.
Es ist gut für Sie, wenn Sie sich auf das besinnen, was im Leben wirklich wichtig ist. Und das ist nicht die Gesundheit, sondern das, was dem Tod standhält:Glaube, Hoffnung, Liebe
Das ist ihre Chance. Diese Dinge legt Gott in Ihre leeren Hände, damit stillt Gott Ihren Hunger. Damit will Gott Sie satt machen. Frieden wollen Sie? Frieden
sollen Sie haben. Und zwar den Frieden Gottes, der höher ist, als alle Vernunft und der ihr Herz und ihre Sinne bewahrt (vgl. Philipperbrief Kapitel 4, Vers 7).
Ronald Willems
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