Anregungen - Predigtmeditationen - Antworten

Lebenshilfe

Wer fragt nach dem Sinn des Lebens?
Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der August-Hermann-Francke-Schule in Buchholz, haben eine Umfrage gemacht und Leute nach dem Sinn des Lebens gefragt. Peter Heinrich reflektiert über die Antworten

Wir, das sind Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der August-Hermann-Francke-Schule in Buchholz, haben eine Umfrage gemacht und Leute nach dem Sinn des Lebens gefragt.
Dabei haben wir ganz unterschiedliche Antworten erhalten.
Von "Mir ist alles scheißegal! Ich habe keinen Sinn." über "Ein Kasten Bier. - Sonst habe ich keinen Sinn des Lebens mehr" und "Mein Sinn des Lebens ist die Erhaltung der Umwelt" oder "Alles ist sinnlos und Zufall" bis hin zur Aussage "Reisen, Geld und Wohlstand" und "Spaß haben" war so ziemlich alles vertreten. Ach ja, und  dann haben wir noch Peter Heinrich von der Lutherischen Stunde gefragt. Sind Sie gespannt auf seine Antwort auf die Frage: "Wer fragt nach dem Sinn des Lebens?"
"Wer fragt nach dem Sinn des Lebens?" - Was ist denn nun der Sinn: liegt er in der Familie, im Wohlstand, im Spaß, oder wie man heute sagt: im Fun? Besteht er im Umweltschutz, in der Hilfsbereitschaft, im sozialen Engagement? Oder gibt es ihn gar nicht, den Sinn des Lebens? Ist das Leben ohne Sinn, sinn-los?
Gibt es überhaupt eine gültige Antwort auf diese große Frage?
Oder muß man ihre Beantwortung den Philosophen überlassen?
Manchmal ist es hilfreich, wenn man nach der Grundbedeutung eines Wortes fragt, wenn man sozusagen zu den Wurzeln eines Begriffes zurückgeht. Das Wort "Sinn" hat von seiner Grundbedeutung etwas mit den Wörtern "Reise, Gang, Weg" zu tun. Nach dem Sinn des Lebens zu fragen, hieße dann, nach der Lebensreise, nach dem Weg, nach der Richtung des Lebens zu fragen. Ein Weg aber hat immer einen Anfang und ein Ziel.
Aber warum müssen wir überhaupt nach dem Sinn des Lebens fragen? Man fragt doch nur nach etwas, oder anders ausgedrückt, man sucht nach etwas, was man verloren hat.
Wer aber hat die Sicht, um eine solch große Frage zu beantworten?
Wer kann uns zuverlässig eine Auskunft geben über den Anfang, den Ursprung und das Ziel unseres Lebensweges? Das müßte schon jemand sein, der Bescheid weiß über das Woher, Wozu und Wohin unseres Lebens. Das müßte jemand sein , der über unserem Leben steht, der Anfang und Ende überblickt.
Wenn Sie diese Vorraussetzung ernst nehmen, muß Ihnen deutlich werden, daß die Antwort auf die Sinnfrage unseres Lebens von außen, nicht aber aus uns selbst gegeben werden muß. So wie ja auch Ihre Geburt und Ihr Tod Setzungen von außen sind. Sie wurden nicht danach gefragt, ob Sie überhaupt da sein wollten . Sie und ich, wir wissen nicht einmal, was in den nächsten Minuten oder was morgen sein wird. Wir sind begrenzt und überblicken den Weg unseres Lebens nicht.
Ich möchte Sie provozieren - Sie herausfordern - und ich konfrontiere Sie jetzt mit der Behauptung, daß Sie nur von der Bibel her eine wirkliche Antwort auf die Sinnfrage des menschlichen Lebens erhalten können.
Sie können sich der Antwort der modernen Wissenschaft zuwenden, die C. F. v. Weizsäcker einmal die herrschende Religion unserer Zeit genannt hat, und  die Ihnen mitteilt, daß Sie Ihren Ursprung in Urknall und Ursuppe, in dem zufälligen Zusammentreffen von Zeit und Materie besitzen. Aber damit ist Ihr Leben bedeutungslos, und es ist im Grunde genommen völlig gleichgültig, ob Sie existieren oder nicht. Im Grunde wäre es dann auch gleichgültig, ob Sie sich um Ihre Mitmenschen oder die Natur kümmern, oder ob Sie die Sinnlosigkeit des Lebens beklagen. Der Anfang Ihres Lebens wäre dann so unbedeutend wie sein Ende. Zufallsprodukte sind nun einmal bedeutungslos, auch wenn sie sich noch so wichtig nehmen. Selbstverständlich kann man diesen Sachverhalt sprachlich verschleiern und dem Dasein des Menschen als Zufallsprodukt durch eine religiöse Sprache doch noch einen höheren Sinn zuschreiben. Ich halte das für einen Etikettenschwindel.
Die biblische Antwort ist exklusiv, eine echte Antwort auf die Sinnfrage muß denn auch "exklusiv" d.h. ausschließend sein, denn sie muß und kann nur von dem stammen, der autorisiert ist, diese Frage zu beantworten. Es ist der Schöpfer und Erhalter unseres Lebens selbst, der die Antwort auf die Sinnfrage geben kann und - Ihm sei Dank dafür! - der sie in seinem Wort, der Bibel gegeben hat. Allerdings: wenn Gott uns eine Frage beantwortet, dann stellt er uns immer selbst in Frage, dann durchkreuzt er immer auch unsere selbstgemachten Antworten, ja er zeigt uns sogar, wie selbst unsere Fragen immer nur um uns selber kreisen und den Menschen selbst zum Inhalt haben.
Von der Bibel her wird uns schmerzvoll und heilsam zugleich aufgezeigt, daß wir nicht wahrhaft nach dem Sinn des Lebens fragen, weil wir uns verirrt haben und uns auf dem "Holzweg" befinden, also auf dem Weg des Irrtums. Wir geben uns ja selber einen Sinn. Wir bestimmen selber, was "sinnvoll" und was "sinnlos" ist. Wir wollen ja selber Gott spielen und damit Sinngeber sein. Damit aber überfordern wir uns selbst, denn als Geschöpfe unterliegen wir der Endlichkeit. Gott zeigt uns in seinem Wort, daß der Mensch sich in einer folgenschweren Emanzipation aus der Hand Gottes begeben hat und daß er damit zu einem "Irrläufer Gottes" geworden ist. Das gilt auch dann, wenn in einem Leben scheinbar alles glatt zu gehen scheint, wenn Erfolg und Ansehen unseren Lebensweg vor den Augen der Menschen strahlend und schillernd erscheinen lassen. Wir sind wesenhaft "Irrläufer", die sich immer von Gott weg bewegen. Wir hängen an unserem Irrläufer- Sein, wie man an seinem Leben hängt. Der falsche Lebensweg von Gott weg und damit gegen Gott ist uns lieb geworden. "Wir gingen alle in die Irre" (Jesaja 53) und sind in unserem verdunkelten Denken in Torheit verfallen. Davon müssen wir erlöst, losgelöst, befreit werden. Erst dann kann die Frage nach unserer Identität - also die Frage, wer ich denn nun wahrhaft bin - beantwortet werden.
Unsere eigene Sinnsuche setzt uns immer an die erste Stelle, will uns immer im Zentrum auch unseres Fragens sehen: "Was bringt mir das?" "Was habe ich davon?" "Wie werde ich glücklich?"
Gott durchkreuzt unsere egoistische "Sinnsuche". Wir sind ihm als "Irrläufer" nicht gleichgültig.
Ich möchte Sie jetzt zum Staunen einladen, denn das Evangelium und das Staunen gehören zusammen.
Gott selber steht im Mittelpunkt der Frohen Botschaft, nicht etwa der Mensch und seine Bedürfnisse. Und dieser Gott beantwortet die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht etwa mit einem Lebenskonzept, das Anfang und Ende unseres Lebensweges reguliert. Er beantwortet die Sinnfrage mit seiner eigenen Person. Er tut das indem er Mensch wird und uns in der Person seines einzigen Sohnes Jesus Christus selber den Weg bringt. Sie haben ganz richtig gehört: in und mit Jesus Christus bringt uns Gott selber seinen Weg. Dieser Jesus Christus ist selber der Weg, der zugleich Ursprung und Ende, Anfang und Ziel des menschlichen Lebens, ja des ganzen Universums ist. Die Bibel spricht davon, daß wir alle, Sie und ich "in Jesus Christus", "durch ihn und zu ihm geschaffen" worden sind (vgl. Kolosserbrief Kapitel 1, Vers 16).
Dieser Jesus Christus hat nun unsere ganze Rebellion, die sich gegen Gott richtet, unser Los-sein-Wollen von Gott, auf sich geladen und hat sich zur Zielscheibe der Strafe Gottes gemacht, die eigentlich wir verdient hätten. Er ließ sich für uns ans Kreuz schlagen, wo ihn der Zorn Gottes traf. Aber er blieb nicht im Tode, sondern er hat dem Tode die Macht genommen und ist auferstanden, leibhaftig auferstanden. 
Nun bringt uns der Auferstandene selber auf den Weg des Lebens, gibt unserem Leben ein Ziel, indem er uns mit sich durch den Glauben zusammenbindet. Allerdings: Jesus Christus ist Gott und er tut das, wann er will, wo er will und mit wem er das will. Hier begegnet uns Gott in seiner Majestät und Souveränität. Gott allein kann den Menschen wenden indem er ihm den Glauben schenkt. Er selber hat in seinem Wort, der Bibel, gesagt, daß er das tun will, mit der unfaßbaren Begründung, daß er diese Welt, daß er Sie und mich liebt.
Das ist kein leeres Wort, sondern erfüllt mit dem Herzblut des Sohnes Gottes.
So schenkt er sinnerfülltes Leben indem er uns an sich bindet, unser Denken erneuert und uns immer wieder neu durch sein Wort auf sich selbst hin ausrichtet.

Wir erfahren dann das Leben des Glaubens so, daß uns Gott - bildlich gesprochen - in seiner Herzensgüte durch die Gnade mit sich schleift - bis zum Ziel, das er selber ist. Sinnvolles Leben bedeutet dann, von Gott erfaßt, in seine Bewegung des Lebens hineingenommen worden zu sein.
Wer fragt wahrhaft nach dem Sinn des Lebens? Keiner!
Gott hat ihn in seinem Sohn Jesus Christus offenbart, der Ursprung, Weg und Ziel unseres Lebens ist. Sprechen Sie mit diesem Herrn über ihr Leben...

Peter Heinrich

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