Anregungen - Predigtmeditationen - Antworten

Lebenshilfe

Ex und Hopp

Der Mensch auf dem Müllplatz des Wohlstandes

So mancher "Sperrmüllsucher", der mit seiner Taschenlampe in dem Wohlstandsmüll herumwühlt, den wir als Sperrmüll vor das Haus stellen, wird es bestätigen:  Unsere Gesellschaft ist ernsthaft erkrankt.Ich gebe dieser Krankheit den Namen: Das "EX UND HOPP  SYNDROM".


Ex und Hopp, das ist eine Lebensart, die unsere heutige Gesellschaft kennzeichnet. Die schillernde Konsumwelt unserer Tage vergleiche ich gerne mit einer Getränkedose: Jeder schmeißt sich drauf, hält sie fest, als hätte er sie geklaut und reißt sie gierig auf, um sich an ihren Inhalt zu machen. Keinen interessiert wirklich der Inhalt: Wasser, Kohlensäure, Farbstoff, Cyclamat, und Phosphorsäure. Nur eines scheint wichtig: Haben, entleeren, wegschmeißen  "Ich will meinen Genuß  und das sofort!" Das ist Ex und Hopp.
Wenn sich der Mensch des 20. Jahrhunderts etwas zulegt, dann oft ein zukünftiges "EX". Das heißt: Was heute interessant ist, kann mir morgen schon piepegal sein.
Das Leben ist dann ganz voll von Ex-Beziehungen: Ex-Freunden, Ex-Liebschaften, Ex-Ehepartnern und Ex-Göttern  von einem Extrem ins andere.  -  Also eine Frau heiratet ihren zukünftigen ExMann, und umgekehrt; und nicht wenige Frauen stellen ihr Ex-Embryo der Kosmetikindustrie zur Verfügung. Aus diesen Föten werden dann schicke Cremes gemacht, die ihre Falten verschwinden lassen sollen, die sie bei diesem ganzen EX und HOPPHOPP gekriegt haben.


Das EX und HOPPSyndrom hat sich nahezu jeden Lebensbereich erschlichen. Und es macht auch nicht vor der "christlichen" Religion halt.
Jesus Christus hat einmal gewarnt:
"Seht zu, daß euch nicht jemand verführe. Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen." (Matthäusevangelium Kapitel 24, Vers 4)
"Wenn sie sich heute noch für Jeeeesuuuus entscheiden, ooooh, dann bekommen sie diesen formschönen Toaster gratis dazu !"
"Wie geht`s dir denn so in deiner neuen Kirche?"  "O du, irgendwie unheimlich intensiv, weißt du? Mein neuer Jesus ist irgendwo irgendwie spiritistischer als mein ExJesus. Er geleitet mich direkt in meine Mitte. Ex-Halleluja! Ex-Ameeen, Kikerikie!"


Ja, das ist eben freie Marktwirtschaft. "Himmelschlußverkauf   hier ist das Angebot Gottes  Leute, greift jetzt zu, morgen kann es schon zu spät sein!    Gnaaade, billige Gnaaade !!"


Das Ex und HoppSyndrom in uns zerrt den Allmächtigen Schöpfer aus dem Himmel heraus  hinunter auf menschliches Niveau. Und dann können sich alle Exi`s und Hoppie`s für oder gegen Jesus entscheiden;  ganz so, wie sie gelaunt sind. Und der arme, arme Allmächtige wird von uns herumgestoßen. Hier zerrt man an ihm, dort haut man ihm den Ellenbogen in die Rippen.


Ich bin voller Staunen über die Geduld Gottes.


Das Gnadenangebot Gottes richtet sich nicht nach unseren Bedürfnissen. Sich für oder gegen Jesus Christus entscheiden ist keine Sache unseres Bedarfs, sondern eine Sache von Gnade oder Gericht Gottes. An dieser Stelle kommen wir mit EX und HOPPAllüren nur ins Gericht.

Und wie gehen wir Menschen miteinander um? Wenn du krank bist, wenn du alt bist, wenn du schwierig wirst, wenn du nicht rentabel genug bist, wenn du für die Gesellschaft ein Kostenfaktor geworden bist, dann würde man dich gerne wegwerfen, wäre da nicht noch ein kleines Fünkchen von Moral. Es gibt Computerprogramme, für Krankenkassen entworfen, die genau ausrechnen, ob sich die Behandlung eines Patienten noch rentiert, oder ob Sterbehilfe die günstigere Variante ist. Wer weiß, wenn der Gesetzgeber hier eine Lücke schafft, sinkt eines Tages der Gesellschaftswert eines kranken, schwachen oder alten Menschen vielleicht unter das Niveau von TamagotchiComputern.


Ob Jesus Christus wohl geweint hat, als er unsere heutige Menschheit vorraussah ? "Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten." (Matthäusevangelium Kapitel 24, Vers12)


Der Mensch der Wegwerfgesellschaft ist längst über die Grenze hinaus, wo nur leere Dosen hinterrücks weggeworfen werden. Das unliebsam gewordene Hündchen, das gestern noch unterm Weihnachtsbaum lag, sitzt heute verloren am Rande der Autobahn. Wie der Herr, so`s Gescherr .  An Penner, die am Straßenrand sitzen, haben sich unsere Augen längst gewöhnt.
Die Starken unserer Gesellschaft suchen ihr Glück in einer Welt, die Jahr für Jahr Hunderttausende von ungewollten Kindern aus dem Mutterbauch zerrt und auf den Müll schmeißt  und das ohne Betäubung.
"Mein Bauch gehört mir...!" Das ist das Schlüsselwort für das, was ich hier und heute meine. Nicht jeder, aber beängstigend viele Menschen fühlen sich nur noch ihrem Bauch verpflichtet. Ist es nicht eher so, daß der Bauch einer Schwangeren dem heranwachsenden Kind gehört? Doch diese Worte wollen von zu vielen nicht gehört werden.


So raubt das Ex und HoppSyndrom selbst dem ungeborenen Menschen den Ort ursprünglicher Geborgenheit Mammas Bauch. Atommüll, so glaube ich, ist weit weniger gefährlich für unsere Zukunft, als der Problemmüll unserer sinnentleerten Herzen.
Es tut mir aufrichtig leid, daß ich ihnen das Gesagte nicht ersparen konnte und wollte. Denn wenn ich mit Ihnen über Ex und Hopp rede, dann darf ich nicht auslassen, wo und wie diese Bauchgesinnung gipfelt.
Viele Menschen finden es lächerlich an Jesus Christus zu glauben. Aber sie sind bereit zu glauben, daß Lebensfreude auf Kosten Schwächerer wirklich glücklich macht.


Neulich sprach ich mit einer jungen Frau, die Mann und zwei Kinder verließ. Sie sprach davon, sich scheiden zu lassen. Gleichzeitig erwartete sie, daß sie mit ihrem neuen Freund vielleicht doch noch einmal glücklich wird. Sie übersah völlig, daß die Partnerschaft mit dem "Neuen" auf dem Boden dreier zertretener Herzen fußt.
Fast möchte ich behaupten, daß nur ein gigantisches Maß an Dummheit es möglich macht, hier wirkliche Lebensfreude zu erwarten.  Doch damit würde ich Millionen von Menschen beleidigen. Ich glaube, daß das EX UND HOPP  SYNDROM für die unglaubliche Blindheit und Einfältigkeit verantwortlich ist, die solch eine rücksichtslose und egoistische Herzenshaltung möglich macht.
Am Anfang stand die Getränkedose. Sie wurde entleert und weggeworfen. Nur ein paar Jahre Übung braucht das EX und HOPP-Syndrom  dann wird alles entleert und weggeworfen, was nur irgendwie Spaß und Genuß verspricht. Das geht solange gut, bis der Konsument vor der bitteren Erkenntnis steht, daß er nun selbst eine entleerte Hülse auf dem Sondermüllplatz der Weggeworfenen und Mißbrauchten ist.


Der Vorwurf, ich sei ein Pessimist, wäre berechtigt, wenn dieser Beitrag hier zu Ende wäre.


Nicht auszudenken, wenn Gott nach dem EX und HOPPPRINZIP entschieden hätte;  damals, als der Mensch in seine erste Sünde fiel! Denn Gott hätte Adam dann weggeworfen. Und wir, die in den Lenden Adams einprogrammiert waren, hätten nie die Sonne gesehen. Gott sei Dank ist der Gott der Bibel keiner, der Sie und mich wegwirft, wenn wir nicht nach ihm geraten. Ich glaube, daß Gott für viele Menschen ein großer Unbekannter ist, weil für ihn andere Prinzipien gelten, als für uns: Statt den mißratenen Menschen wegzuwerfen, wird Gott in Christus selber ein Mensch; ähnlich wie einer, der sich selbst in die Fluten stürzt, um einen Ertrinkenden zu retten. Doch am Kreuz kommt der Retter selber ums Leben. Er findet den Tod, springt ihm an die Kehle und überwältigt ihn.
Die Bibel drückt sich gewählter aus:
"Er hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium." (2. Brief des Paulus an Timotheus Kapitel 1, Vers 10) Darum ist Jesus Christus für mich ein ganz außergewöhnlicher Held  so anders als ein Held, der immer das Blut der anderen vergießt. Er vergoß sein eigenes Blut.


Mit diesem  Prinzip der aufopfernden Liebe stellt sich Gott dem Lustprinzip der Selbstverliebtheit der Menschen entgegen. Und dann gibt uns dieser unnachahmliche Gott eine Arznei gegen das EX und HOPPSyndrom;  eine Medizin, die gar nicht so schwer anzuwenden ist, für jemanden, der glaubt:
"...ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem anderen dient."  (Brief des Paulus an die Philipper Kapitel 2, Vers 4)
Vielleicht nehmen einige Hörer heute diese Medizin ein. Durch Sie dort am Radio, plant Gott dieser armen Welt das unvergängliche Wesen sichtbar zu machen, welches Er Ihnen heute ins Licht gestellt hat.

"...ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem anderen dient."
Ronald Willems

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