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Ich möchte nicht wissen, wieviele Hoffnungen Sie in Ihrem Leben begraben haben. Doch sind sie wirklich begraben? Oder tauchen sie von Zeit zu Zeit wieder aus dem Grabe auf und plagen dann
das Herz? Sie können schrecklich weh tun, die begrabenen Hoffnungen; besonders die der Jugend. Und ich habe den Verdacht, daß sie für manche Krankheiten in unserem Leben verantwortlich sind. Wenn der Schmerz der
Enttäuschung mal wieder aus der Tiefe des Herzens auftaucht, dann bohrt sich eine quälende Frage in die Seele: Wo war Gott? Ja wenn Gott dagewesen wäre... Doch als ich ihn wirklich brauchte, da hat er mich im Stich
gelassen.
Liebe Hörer mir geht es nicht anders. Und auch ich bin in guter Gesellschaft: Die Bibel berichtet im 11. Kapitel des Johannesevangeliums von einer Frau namens Martha
(Johannesevangelium Kapitel 11, Verse 145). Ihr Bruder Lazarus war schwerkrank. Da ließ sie Jesus rufen. Als ihn die Nachricht erreicht, bricht er jedoch nicht gleich auf, um Lazarus zu helfen. Erst nach zwei Tagen macht
sich Jesus auf. Doch Lazarus war inzwischen gestorben. Als Martha nun hört, daß Jesus kommt, geht sie ihm entgegen und spricht zu ihm: "Herr, wärst du hiergewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben." Ja,
wenn Gott dagewesen wäre, dann würden mich heute nicht die alten Enttäuschungen quälen. Liebe Hörerin, lieber Hörer, obwohl ich ein gläubiger Mensch bin, spricht auch mein Herz oft so. Dann fließen die Tränen und dann muß
ich aufpassen, daß meine Faust sich nicht gegen Gott ballt. Ich kann das gut verstehen, wenn sich Ihr Herz auf diese Weise gegen Gott verhärtet hat. Doch helfen? Nein, helfen tut es nicht. Martha hatte ihr
Herz nicht verhärtet. Ihr Glaube hatte der Enttäuschung standgehalten. Da spricht Jesus zu ihr: "Dein Bruder wird auferstehen." Martha spricht zu ihm: "Ich weiß wohl, daß er auferstehen wird bei der
Auferstehung am jüngsten Tage." Jesus spricht zu ihr: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.
Glaubst du das?" Sie spricht zu ihm: "Ja, Herr, ich glaube, daß du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist." Das Glaubensbekenntnis der Martha hört sich sehr glatt an. Doch der weitere
Verlauf des biblischen Berichtes macht deutlich, daß Martha noch einer Vertiefung ihres Glaubens bedarf.
Es mag uns gelingen, unsere Umwelt zu täuschen, indem wir alles Weh überspielen. Doch Gott sieht die Narben Ihres Herzens; und er gibt sich nicht zufrieden, ehe er alle Ihre Tränengründe
aufgearbeitet hat. Als Jesus und Martha an das Grab des Lazarus kommen, befiehlt Jesus, das Grab zu öffnen: "Hebt den Stein weg!" Martha spricht zu ihm: "Herr, er stinkt schon!" Jesus spricht
zu ihr: "Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?" Ja, was soll Martha denn noch mehr glauben. Sie glaubt doch schon, daß dem Herrn nichts unmöglich ist. Sie glaubt doch
schon, daß Jesus der Sohn Gottes ist. Was will man denn mehr? Das ist doch schon allerhand, was diese Frau da glaubt. Und doch: Martha fehlt etwas. Und das will Gott ihr jetzt schenken. Auch Ihnen will Gott jetzt
schenken, was Ihren Herzschmerz heilt. "Herr, er stinkt schon."
Haben auch Sie einen schweren Stein vor die Gräber gerollt, in denen Ihre enttäuschten Hoffnungen liegen und stinken. Sind Sie der Meinung, daß da nun mal nichts mehr zu machen ist? Ja, wenn Gott
damals geholfen hätte! Aber jetzt? Nein, jetzt ist es zu spät. Was schon begonnen hat zu verwesen, das ist ein für allemal vorbei. Zumindest in diesem Leben. Mal ehrlich: Wir haben es in Wahrheit nicht gerne, wenn
die Dinge, die uns so enttäuscht haben, wieder zum Vorschein kommen. Wir wollen endlich unsere Ruhe. Ja, damals habe ich gebetet und gebetet und Gott hat nicht gehört. Jetzt habe ich mich zufrieden gegeben. Ich will nicht,
daß jemand in diesen alten Sachen herumwühlt. Das tut zu weh. Aber Gott liebt Sie viel zu sehr, als daß er Sie damit stehenläßt. Er holt diese unerledigten Dinge aus Ihrem Herzen hervor, um Ihnen Frieden zu geben. Das, was
Ihrem Glauben fehlt, will Gott Ihnen schenken. Darum seien Sie bitte offen für dieses Wort. Fassen Sie neuen Mut und schütten Sie Gott Ihr Herz aus auch wenn dabei Tränen fließen auch wenn es wehtut. "Habe
ich dir nicht gesagt, wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?"
Daß der Herr den Lazarus aus dem Reich der Toten ins Leben zurückruft, erscheint mir hier und heute nebensächlich. Lazarus ist irgendwann wieder gestorben. Doch eines sollten wir unbedingt
festhalten: Jesus Christus hat Gewalt über Leben und Tod. Der Herr Jesus hat Gewalt über alles Verstorbene auch über das, was in Ihrem Leben an Hoffnungen begraben wurde.
Ronald Willems
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