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Das geistliche Gebet ist gekennzeichnet von dem unaussprechlichen Flehen des Geistet. Gott verachtet Heuchelei; jedoch ein zerschlagenes Herz und einen geängstigten Geist nicht:
Martin Luther dazu: “Wenn man Gott mit viel Worten, Geschrei und Klang vermeint zu loben, so tut man, als wäre er taub oder wüsste nichts, als wollten wir ihn aufwecken und unterweisen. Ein solcher Wahn von Gott
gereicht mehr zu seiner Schmach und Unehre, als zu seinem Lobe; sondern wer seine Taten mit tiefem Herzen wohl bedenkt und sie mit Wunder und Dank ansieht, dass er aus Brunst heraus fährt, mehr seufzt als redet, und die Worte
selbst fließen, nicht erdichtet, noch gesetzt herausbrechen, dass gleich der Geist mit herausschäumt, und die Worte leben, Hände und Füße haben, ja dass zugleich der ganze Leib und alle Glieder gerne reden wollten, das heißt
recht aus dem Geiste und in der Wahrheit Gott loben, da sind die Worte eitel Feuer, Licht und Leben.”
“Denn so spricht der Hohe und erhabene, der in Ewigkeit wohnt und dessen Name der Heilige ist: In der Höhe und im Heiligen wohne ich und bei jedem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist.”(Jesaja 57,15)
“Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst
du, Gott, nicht verachten. (Psalm 51,19)
Es sind die Prioritäten (Priorität=Vorrang), die an diesem Spruch falsch sind. Es müsste lauten: Nach oben gezogen loben wir - nicht wankend danken wir. Es ist nicht das Lob, was uns nach oben zieht, sondern Gott. Es ist
nicht unsere Dankbarkeit, die uns vor Wanken schützt, sondern Gott.
Ronald Willems
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